Im Jahr 2022 werden wir die Drohnenlinie B429(LE)19 von Lutz Eggert aufstellen. Hierzu wurde 2020 eine große Anzahl Königinnen vermehrt und als Geschwistergruppe betreut. Im Frühjahr 2022 werden die drohnenspendenden Völker mit dem Pin-Test-Verfahren auf ihr Hygieneverhalten hin untersucht und ein PCR-Virenscreening der Bienen durchgeführt, bevor die besten Völker nach der Frühtracht auf dem Gelm zur Aufstellung kommen.

B429(LE)19  =  .19 – B41(LE)18 sdi B89(LE):
               .18 – B57(LE)17 ins A12(LE):
               .17 – B38(LE) mrk B26(TR):
               .14 – B96(LE) mrk KB177:
               .13 – B25(LE) mrk B129(TR):
               .12 – B174(TR) bal B72(TR):
               .09 – B135(TR) bal B78(TR) :
               .06 – I177(TR) mrk MG60(TR) :
               .05 – I51(TR) bal NO61(TR) :
               .03 – I147(TR) bal B153(TR) :
               .01 – I43(TR) bal B92(TR) :
               .99 – I105(TR) ins B129(TR) :
               .97 – I2(TR) lgn B173(TR) :
               .96 – I49(TR) lgn B169(TR) :
               .94 – I51(TR) aml B137(TR) :
               .93 – Takab93aR x TakabM
Auf die Drohnenvölker wird besonders geachtet (Andreas & Rudolf Gerber)
Bild vom 1.3.2022
Abstammungsbaum
Drohnenvölker auf der Belegstelle [glm] (Bernd Pflugrad)

Zur Linie B429(LE)19 – eine klassische B-Linie – schreibt Lutz Eggert:
B steht für Buckfast.
Wenn es einen Grund gibt, mit Buckfast-Bienen zu arbeiten, dann repräsentiert ihn diese Linie. Extrem schwarmträge, überwintert mit vielen Bienen und baut sehr schnell große Völker auf. Auf den Brutumfang darf man sich einlassen, vorausgesetzt, es gibt genug Honigräume. Denn Platz brauchen die Völker dieser Abstammung allemal. Das bearbeiten ist sehr angenehm, häufig kann auf Rauch und Schleier verzichtet werden. Die B429 ist erbstabil und eignet sich hervorragend dazu, wildere Linien zu beruhigen und sich einen deutlichen Schritt in Richtung dem Verständnis, was eine Buckfast-Biene ist, zu bewegen.
Zudem ist diese Biene sehr findig und flugstark, trotz Rapstracht vor der Nase sind die eingetragenen Pollen recht bunt.
Bruder Adam hat uns vermittelt, dass nur eine gesunde Biene ihre vollen Leistungseigenschaften entfalten kann. Nach 10 Jahren Bekanntschaft mit dieser Linie und viel Geduld beim Züchten kann ich guten Gewissens sagen, dass diese Bienen ein hohes Maß an Selbstheilungsvermögen in Hinsicht auf Bruthygiene (seit 2016 stabil) und Virenfestigkeit (Selektion seit 2020) in sich tragen, sowie auch mit der Varroamilbe durch die 1dr Besamung 2019 hervorragend umgehen kann.
Die Mutter dieser Drohnenlinie lebte sagenhafte 2,5 Jahre als Ein-Drohn-besamte Königin komplett medikamentenfrei – den Winter 2019/20 bei mir und den Winter 2020/2021 auf Rügen bei Sebastian Pahl, dem Belegstellenleiter vom Gelm. Ihm haben wir die Entscheidung für diese Linie auch zu verdanken. Sicher ist sie noch nicht komplett behandlungsfrei, aber wer schon mit dem Ermitteln der Schadschwelle einige Erfahrung hat, kann getrost sich auf eine Reduktion der Medikamente einstellen.

Die 20er Tochtervölker – B429(LE) glm B311(LE) werden Leistung und Charakter liefern.
Die  Drohnenvölker aus 2020 haben schon ein Wirtschaftsjahr ihre Kraft entfalten können (Sebastian Pahl)

Besondern Wert haben die beteiligten Selektionsbetriebe auf den guten Umgang der Völker mit dem Wintervorrat gelegt. Doch wenn die Brut einmal startet, ist es wichtig, die Vorräte im Auge zu haben. 4-5 vollflächige Brutwaben sind auch am Standort Rügen schnell bis Mitte März gemacht und setzen die Kraft dieser Bienen anschliessend frei. Ein sprudelnder Quell imkerlicher Freude! Kurz gesagt, die Nordmänner und Frauen haben als Haupttracht den Raps – und da darf nichts anbrennen.

Wenn die Natur mitspielt, wie hier in Wismar, werden Imkerträume wahr.
In der Selektion für den Gelm achten wir besonders auf Homogenität, im Ertrag und in den Eigenschaften, die die Bienen sich selbst gesund erhalten lassen. (Jan Fischer)

Zur Geschichte dieser Linie ist zu erwähnen, dass sie 1993 offiziell aus dem Iran importiert wurde und durch die fürsorglichen und verantwortungsbewussten Hände von Thomas Rueppel ging. 2012 erhielt ich ein Wabenstück B174(TR) von Ivan Curic und konnte noch im selben Jahr auf Baltrum die Anpaarung mit der B72(TR) realisieren. Hier sah ich das Potential, was eine leichte Inzucht in Richtung Zuchtfortschritte zu leisten vermag und plante anschließend eine eigene Version dieses Balanceaktes. Dieser führte dann 2019 mit der Anpaarung B429(LE)19 = .19 – B41(LE) sdi B89(LE), besamt durch Dalibor Titera, zu der Vaterlinie B429(LE)19 für den glm 2022.

Mein besonderer Dank geht an den Landesverband Buckfast-Imker Mecklenburg-Vorpommern und die 3 Selektionsbetriebe im Norden, namentlich Andreas & Rudolf Gerber, Sebastian Pahl und Jan Fischer. Diese Betriebe haben seit 2020 in großer Stückzahl Königinnen gezogen, Völker aufgebaut und eine Auswahlbasis zur Verfügung gestellt. Sie werden die Drohnenvölker für glm 2022 liefern.

Auch möchte ich den Mut zur Behandlungsfreiheit der Schlossimkerei Tonndorf erwähnen, die in 2019 mit der B89 eine Vaterlinie zur Verfügung gestellt haben, die die B429 erst möglich gemacht hat. Mein Dank auch an all meine Kunden und ihr Feedback, ohne die es mir nicht möglich gewesen wäre, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben – auch wenn wir hoch geflogen sind! Selektionsarbeit ist Teamarbeit und muss sich am Markt bewähren! Ein B für viel guten Honig und gesunde Bienen.
(c) Lutz Eggert, Jena, 01.03.2022

Bewertungen der Mutter und Töchter

* Anmerkung: Die Selektionskriterien in diesem Bewertungsmuster sind so formuliert, dass wenig Propolisierung hoch bewertet wird. Diese Linie propolisiert sehr gut, nicht übermäßig, wird bevorzugt in der Apitherapie (Bienenstockluft) eingesetzt
** Anmerkung:  Test mit Weimarer Nadelstempel
*** keine Daten – Anmerkung: Es wurde keine Infizierung oder Brutzellenauszählung vorgenommen. Es zeigten sich immer wieder offene Zellen mit weißen/ leicht rosa Augen. Das Muttervolk hatte über die 2,5 Jahre wenig Milbenfall in normal besetzten Standorten und es konnten keine Viren oder Nosema nachgewiesen werden. Bei dem Muttervolk wurden lediglich konsequent Brutwaben entnommen, da sie immer wieder dazu tendierte, ein zu großes Volk aufzubauen. Medikamente wurden nicht eingesetzt. Das Volk starb im Winter 2021/22 durch Königinnenverlust.