
Beschreibung der Belegstelle Greifswalder Oie [oie]
Die Greifswalder Oie ist eine kleine Insel in der Ostsee, etwa 10 km östlich der Küste von Rügen / Usedom gelegen. Die Oie hat eine Fläche von rund 54 ha (0,54 km²), steht unter Naturschutz und kann nur als Tagestourist für 2h Aufenthalt betreten werden – ansonsten herrscht dort himmlische Ruhe und Vogelgeschrei. Durch die exponierte Lage in der Ostsee braucht es im Frühjahr etwas länger für den Frühling, dafür ist es dort im Sommer trocken, regenarm und gleichmäßig warm.
Zentral auf der Insel gelegen, im Schutz eines Waldes, haben wir die Möglichkeit unsere Drohnenvölker windgeschützt aufzustellen. Die Aufstellung der Begattungseinheiten kann dann sehr großflächig in den umliegenden Wiesen entlang des Waldes im Wildwuchs erfolgen, so dass die Königinnen gute Orientierungspunkte haben und der Verflug gering ist. Ideal für unsere Zuchtarbeit.
Der BNO organisiert und betreut seit 2003 die Inselbelegstelle Greifswalder Oie für die Buckfast-Zucht. Die Belegstelle Greifswalder Oie steht allen Mitgliedern der Gemeinschaft, im Rahmen der Zuchtrichtlinien der GdeB e.V., für die züchterische Arbeit offen. Die Belegstelle gilt seit Jahren für zahlreiche europäische Züchter als eine der sichersten Belegstelle Deutschlands. Für 2026 planen wir 2 Durchgänge á 14 Tagen mit 2 verschiedenen Drohnenlinien.
Drohnenlinien [oie]
1. Durchgang B226(OD)21
2021 konnte ich die B67(SL)18 beim Züchter Sven Ledowski umlarven. Wichtig war es mir, eine weitere brutstarke Linie auf den Stand zu bekommen. Angepaart wurden die Königinnen auf dem Ruden mit dem Pool-Mix.
Im 12’er Dadant entwickelten sich große, sanftmütigen Völker mit sehr gutem Honigertrag. Das Brutnest ist sauber und von „Holz auf Holz“ geschlossen. Die Linie ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Wirtschaftsvölker auf Dadant-Maß. In Absprache mit Sven Ledowski wurde 2024 von der B226, eine Tochterserie für die Oie 2026 erstellt, Diese Drohnenvölker wurden 2025 ausgiebig geprüft und bewertet.
Auf dem Rapsstand (April/25) fiel bei diesen Töchtern, neben der rasanten Frühjahrsentwicklung, der bei uns ungewöhnlich frühe Eintrag in die Honigräume auf. Die Völker wurden in der gesamten Zeit ausschließlich in Dadant-Magazinen gehalten.
Anmerkung:
- Wie bei den Wirtschaftsvölkern erfolgte auch bei den potentiellen Drohnenspende-Völker keine VSH-Kontrolle.
- Im Juli werden alle Wirtschaftsvölker prophylaktisch behandelt – Käfigen der Königin auf 2 Brutwaben und Entnahme dieser Waben.
- Im Rahmen der Oie-Vorbereitung wurden zusätzlich ein PIN-Test 76% nach 4h vorgenommen.
Weitere Details zur B226(OD)21, den Stammbaum sowie eine Bewertung findet ihr in der Zuchtregistratur.
Olaf Dorow
2. Durchgang B76(MM)21
Seit nun 15 Jahren ist die Linie der B76(MM)21 in meinem Zuchtbestand. Bereits 2010 hatte ich das Glück, über Detlef Kremer (LNB) unbegattete Königinnen beziehen zu können, die ich auf der Insel Marken mit der B135(TR)06 anpaaren konnte. Die sogenannte GR-Linie ist seit dieser Zeit in meinem Bestand und ich bin sehr froh, dass ich damit arbeiten darf.
Wer sich Pedigrees genauer anschaut, der findet sehr schnell heraus, dass die Linie mit der 2025 Baltrum Drohnenlinie verwandt ist. Beide Linien gehen auf die Mutter GR22(TR)08 zurück. Allerdings hat diese Linie einen etwas anderen Werdegang und damit eine etwas andere Genetik. Ich möchte mich jetzt nicht darin verlieren, über die Entwicklung der Linie auszulassen und über die Mütter und Anpaarung der letzten Jahre schreiben, da dies sicherlich an dieser Stelle zu viel des Guten wäre.
Deshalb hier kurz zusammengefasst: Was macht die B76(MM)21 aus?
Vom Phänotyp handelt es sich um eine recht helle Biene. Kurz und in einem Satz ist diese Linie sehr fleißig, vital, langlebig und brutstark, baut ein sehr starkes Volk auf und bringt eine sehr gute Honigleistung. Wenn ich Zuchtmütter selektiert habe, so setze ich diese im Jahr darauf immer klein (vom Vollvolk in einen Ableger), damit die Königin möglichst lange stiftet und nicht zu schnell „verbraucht“ ist.

Trotz zweier kleiner Honigräume reicht der Platz nicht für alle Bienen in der Beute aus. Eine Bienentraube bildet sich unterhalb des Flugloches, ein sogenannter Bienenbart. Es hängt auch wirklich nicht mit einem
kleinen Flugloch oder sonstigen Faktoren zusammen, was man hier durchaus vermuten könnte. Öffnet
an die Beute ist sie übervoll mit Bienen. Die Linie zeigt trotzdem keinerlei Schwarmstimmung. Bei der Durchschau im Juni und Juli keinerlei Schwarmzellen, noch nicht einmal das Ansetzen von Spielnäpfchen. Somit bestätigt sich diese Eigenschaft trotz enormem Platzmangel.
Eine weitere, sehr positive Eigenschaft ist der exzellente Putz und Hygienetrieb . Die Oberträger der Rähmchen sind wie poliert, Gemüll im Volk wird überhaupt nicht akzeptiert. Meine Böden haben Lochblech als „Gitter“. Vor allem nach dem Auswintern kann es bei manchen Völkern schon sein, dass man einiges an Gemüll beseitigen muss. Hier aber nicht, der Boden ist ganz blank geputzt und bereits früh im Jahr nach dem ersten Reinigungsflug war alles von den Bienen gereinigt und geputzt worden. Das Hygieneverhalten bestätigte auch der 24h Hygienentest mittels Trockeneis. Nach 24h war alles ausgeräumt und die Königin hatte sogar schon die Fläche neu bestiftet. Einfach genial.
Die Last an Varroamilben war ebenso nicht besorgniserregend. Völker am gleichen Standort mit gleicher Bearbeitung hatten höhere Milbenbefälle, sie kommt also mit Milben gut hin, ich möchte aber an dieser Stelle bewusst nicht von Varroatoleranz reden. Natürlich handelt es sich auch um sanftmütige und wabenstetige Bienen. Alles in allem eine Buckfastlinie, auf die man sich verlassen kann.
Ich habe 2024 mit dieser Linie schon instrumentell besamt und die Brutstärke, Langlebigkeit sowie Sanftmut haben sich schon gleich bemerkbar gemacht. Diese Eigenschaften scheinen sich gut zu vererben. Das zeigt sich immer schön darin, dass Begattungseinheiten, die mit gleicher Bienenmasse und Königinnen gleicher Abstammung bestückt sind, dann unterschiedlich verpaart wurden und daraufhin die Einheiten dieser Linie, schneller an Bienenmasse zunehmen als andere und auch entsprechende Brutflächen aufweisen, was deutlich für die Eigenschaften dieser Linie spricht. Ebenso verhält es sich mit der Sanftmut.
Weitere Details zur B76(MM)21, den Stammbaum sowie eine Bewertung findet ihr in der Zuchtregistratur.
Magnus Menges
Ausblick Zuchtsaison 2027 / 2028
Wir planen für die Zuchtsaison 2027 / 2028 die Drohnenlinie B76(MM)21 oder eine Tochter der B76(MM)21 zu bringen um die Zuchtarbeit fortzusetzen. Ähnliches gilt für die B226(OD)21. Parallel denken wir an einen neuen Durchgang Bmix aus „POOL“-Drohnen. Seid gespannt.
Beschickungstermine [oie]
- Durchgang B226(OD)21 (GdeB Sammeltransport)
Anlieferung So 21.06.2026 08:00 (vorläufig)
Abholung Sa 04.07.2026 09:30 (vorläufig) - Durchgang B76(MM)21
Anlieferung Sa 04.07.2026 03:30 (vorläufig)
Abholung Di 21.07.2026 09:30 (vorläufig)
Aufgrund der Witterung kann es kurzfristig zu Terminverschiebungen kommen. Bitte hinterlegt daher bei der Anmeldung unbedingt eure Email und eine Handy-Nr. – Danke.

Gutgelaunte Rückfahrt mit Drohnenvölkern und Begattungseinheiten (c) Carsten Ziegs
Bedingungen [oie]
Begattungs-Einheiten:
Kleine Mehrwabenkästen im Format wie Apidea, Kieler oder Segeberger Begattungskästen, MiniPlus-Beuten mit 1 oder 2 Königinnen sind willkommen.
Generell ist auf ausreichend Futter zu achten, denn es gibt nur wenig Tracht auf der Oie. Nur Futterteig – Flüssigfutter ist nicht zulässig!.
Drohnenfreiheit der Begattungseinheiten ist Voraussetzung, kann vom Belegstellenwart kontrolliert werden.
Drohnen-Absperrgitter ist Pflicht – muss von außen sichtbar sein.
Die Deckel müssen fest verschlossen und gegen Wind gesichert sein.
Beschriftung mit Namen, gut lesbar und wetterfest.
Die Seuchenfreiheitsbescheinigung auf Basis einer Futterkranzprobe ist bitte nach Anmeldebestätigung / Rechnungsstellung zeitnah als pdf an oie@b-no.de zusenden, notfalls bei Anlieferung vorzulegen.
Anfahrt:
Anlieferung im „Hafen Freest“, 17 740 Kröslin
Abholung der Einheiten im „Hafen Freest“
Geokoordinaten des Treffpunkts: N: 54°08‘12‘‘ E: 13°43‘46‘‘ / 54.136901, 13.729555 – bitte genau diese Daten bei maps.google.de eingeben, dann steht Ihr exakt an dem Ableger, wo die Überfahrt beginnt.

Alle unsere Drohnenlinien unterliegen bereits seit Jahren der Open-Source-Beebreeding-Lizenz (OSB-Lizenz) der Apimondia. Der jeweilige Züchter der Drohnenlinie hat das Erbgut seiner Königin zu „Gemeingut“ erklärt.
Imker, die mit ihren Königinnen unsere Belegstellen besuchen, erklären:
– das Ihre Königinnen frei von jedwedem anderen Schutzrecht oder Patent sind
– diese Königinnen und Nachfahren zukünftig automatisch unter den Schutz der OSB-Lizenz fallen.
– Sie bei Weitergabe / Veräußerung der Königin, Drohnen, Maden, Sperma oder anderen Teile von Erbgut den jeweiligen Empfänger / Käufer über den unwiderruflichen OSB-Schutz informieren.
Die Belegstellen-Ordnung des BNO ist einzuhalten. Das Betreten der Belegstellen ist nur in Anwesenheit des Belegstellen-Personals zulässig. Den Anweisungen des Belegstellen-Personals ist Folge zu leisten.
Kosten:
Wir erheben für jede Begattungseinheit (jede angelieferte Königin) eine Gebühr in Höhe 18€ zzgl 1€ Züchterumlage. Mitglieder im BNO erhalten einen Bonus von 1 €.
Anmeldung:
Eure Anmeldung erfolgt bitte ausschließlich über das Online-Anmelde-Tool. Größere Anmeldeeinheiten ab 32 Einheiten sind ggf möglich – hier bitte vorab Kontakt mit dem Belegstellenleiter oie@b-no.de aufzunehmen.
Belegstellenwart:
Sebastian Blech, Handy: +49 / ___________ , Mail to: oie@b-no.de
